Digitalisierte Arbeitsrhythmen
Technologische Normalisierung im «Alltagslabor Home-Office»
DOI:
https://doi.org/10.64113/szekw.2026.002Schlagwörter:
digitalisierte Arbeit, Aufmerksamkeitsökonomie, Alltagslabor, Postfordismus, Nudging, Home-Office, Gouvernementalität, MedienanthropologieAbstract
Digitalisierte Arbeitsrhythmen sind in zeitgenössischen Wissensberufen zur Norm geworden. Während sie von vielen als befreiend empfunden werden, offenbaren ethnografische Workshops eine ambivalente Deutung: Entgrenzung wird als Überlastung erfahren, Flexibilität mit fragmentierter Aufmerksamkeit erkauft. Dieser Beitrag argumentiert, dass diese Ambivalenz nicht als individuelles Problem verstanden werden sollte. Vielmehr wird sie durch drei ineinandergreifende Logiken stabilisiert: Selbstoptimierungspraktiken der Arbeitenden, eine auf Aufmerksamkeit basierende, digitale Ökonomie und Medientechnologien, die wissenschaftliches Wissen in Interfaces materialisieren. Mittels des Konzepts «Alltagslabor» werden diese Logiken im Kontext einer exemplarischen Verdichtungszone analysiert: dem Home-Office. Dort zeigt sich das spezifische Setting digitaler Arbeit, in dem Subjektivierungsprozesse, Verwertungsstreben und verhaltensökonomische Konzepte tief in den Alltag eingreifen. Das Argument: eine gouvernementale «Macht, die normal macht», wird durch ihre Subtilität unsichtbar und stabilisiert die Arbeitsrealität von Menschen, die mit Bildschirmen arbeiten.
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